Die Zugspitze – Blick auf vier Länder

Bitterkalt in Mittenwald

Als wir mit unseren Wohnmobilen auf dem Stellplatz in Mittenwald (nicht Mittenberg!) ankommen, ist es bereits düster und die imposanten, schneebedeckten Berge um uns herum sind im Dunkel nur zu erahnen. Die Fahrt von Ruhpolding hier her hat eine gute Stunde länger gedauert, als wir es geplant hatten, da einige Straßen aufgrund von Lawinengefahr für den Durchgangsverkehr gesperrt wurden. Damit ist zumindest klar, dass wir uns um fehlenden Schnee keine Gedanken machen müssen. Zudem sagt der Wetterbericht für den kommenden Tag – unseren Zugspitz-Tag – Sonnenschein und knackige Kälte voraus. Die besten Voraussetzungen also für einen Ausflug auf den höchsten Punkt Deutschlands.

 

Ruhe trotz Bahntrasse

Die Nacht war ruhig. Trotz der Bahntrasse, die direkt an unserem Wohnmobilstellplatz entlang führt. Und der Morgen offenbart uns nun, was wir am Vorabend nur erahnen konnten: Der Stellplatz befindet sich inmitten beeindruckender Bergkolosse. Bis zum späten Vormittag hat die Sonne allerdings Mühe, sich gegen die hoch gelegene Wolkendecke durchzusetzen, die die Gipfel der Gesteinsriesen zum jetzigen Zeitpunkt nur verschleiert erkennen lässt.

Wir machen uns vor dem Frühstück zunächst einmal zu Fuß zum nahegelegenen Bahnhof auf, um Fahrzeiten und -preise in Erfahrung zu bringen. Aber bereits eine gute Stunde später sitzen wir im Zug von Mittenwald nach Garmisch Partenkirchen, von wo aus die Zahnradbahn Bayerische Zugspitzbahn sich und uns die knapp 3.000 Meter hinaufschleppen wird.

 

Beeindruckend unspektakulär

Eine gute Stunde dauert die Fahrt mit der Zugspitzbahn von Garmisch Partenkirchen aus. Keine Frage: Die Umsetzung der Idee einer Eisenbahn, die Menschen auf den höchsten Gipfel Deutschlands befördert, ist an sich schon ein gewaltiges und beeindruckendes Projekt. Die Fahrt selbst ist allerdings weniger spektakulär und führt die letzten gut 20 Minuten durch das Dunkel einer eigens für diese Strecke in das Bergmassiv gemeißelten Tunnelröhre. In der Tat beeindruckend. Aber im Verhältnis zu dem, was uns am Ziel unserer Reise erwartet, zumindest in Hinblick auf das Erlebnis doch eher unspektakulär.

Eine gute Stunde später erreichen wir schließlich unseren Zielbahnhof auf dem rund 2.600 Meter hoch gelegenen Zugspitzplatt und begeben uns mit den anderen Reisenden und einer ganzen Scharr Wintersportlern in Richtung Ausgang. Was mögen Josef Naus und seine Begleiter wohl empfunden haben, als sie 1820 diesen Gipfel nach einem wochenlangen Aufstieg ins Ungewisse und voller Entbehrungen durch Schnee, Eis und Kälte erreicht haben und ihnen sich schließlich als Lohn aller Strapazen dieser einzigartige Ausblick bot? Derartige Abenteuer sind in unserer modernen Zeit selten geworden. Vielleicht gibt es sie gar nicht mehr.

Allerdings muss ich mir in Gedanken an diese beeindruckende Leistung der drei Pioniere eingestehen, dass ich diesbezüglich ausgesprochen dankbar für die technischen Errungenschaften der Moderne bin. Denn zweifellos hätte ich die Strapazen einer Erstbesteigung nicht in Kauf genommen, geschweige denn durchgestanden, um diesen einzigartigen Blick auf die rund 400 deutschen, österreichischen, italienischen und in der Schweiz gelegenen Gipfel zu erleben.

Inzwischen hat sich auch die Sonne gegen die letzten Wolken durchsetzen können und es bietet sich uns ein atemberaubender Ausblick über eine Landschaft, deren schroffe Schönheit mit Worten kaum zu beschreiben ist.

 

Die letzten Meter mit der Seilbahn

Aber wir wollen noch höher hinaus. Die letzten Meter zum höchsten Punkt sind mit der Seilbahn in weniger als fünf Minuten zu bewerkstelligen. Wie lange hat das Erstbesteigungs-Trio wohl vor rund 200 Jahren für diese Strecke gebraucht? Das vermeintlich nahe Ziel schon vor Augen. Heute haben wir es da doch erheblich leichter und jährlich machen durschnittlich eine halbe Million Menschen von dieser Art der „Besteigung“ der Zugspitze Gebrauch.

Die Fahrt in der Gondel zum Zugspitz-Gipfel ist im Fahrpreis der Zahnradbahn inbegriffen und sollte in jedem Fall in Anspruch genommen werden. Denn in Sachen Aussicht wird hier noch mal eine Extraportion obendrauf gepackt. Und die Entfernung ins angrenzende Österreich beträgt hier sprichwörtlich nur einen einzigen Schritt, denn die deutsch-österreichische Grenze zwischen Bayern und Tirol verläuft genau hier.

 

Gut einpacken!

Aber so beeindruckend der Ausblick von der Zugspitze auch ist; wenn es windig ist oder die Sonne sich hinter den Wolken versteckt, ist es hier oben frisch bis saukalt. Hat man es bis hierher geschafft, wäre es schade, die Zeit lediglich im gut beheizten Innen- oder im Außenbereich des Restaurant zu verbringen und sich seinen Grundbedürfnissen nach Essen und Getränken hinzugeben. Deshalb sind Mütze, Schal, Handschuhe, sowie drei bis vier Schichten Winterklamotten unbedingt empfehlenswert. Wenn die Sonne scheint, ist außerdem das Tragen einer Sonnebrille sinnvoll, da die grellweiße Landschaft das Sonnenlicht gnadenlos in alle Richtungen reflektiert.

Hier ist Winter! Mit der richtigen Kleidung ist ein Ausflug auf die Zugspitze aber in jedem Falle ein unvergessliches, wenn auch nicht ganz günstiges Erlebnis. Die Fahrt mit der Zugspitzbahn kostete zum Zeitpunkt unseres Besuchs gute 40 Euro und eine Preiserhöhung auf über 50 Euro pro Person ist für Mai 2018 angekündigt. Trotzdem: Wenn Du in dieser Gegend bist, plane einen Ausflug auf die Zugspitze unbedingt mit ein!

 

Fotos

 

Hier befindet sich die Zugspitze

 

 

1 Comments on “Die Zugspitze – Blick auf vier Länder”

  1. In der Tat ein wunderbarer Tag dort oben!
    Schön, dass wir uns kennengelernt haben – auf dem letzten Foto zu Deinem Beitrages sind wir sogar zu sehen 😉

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