Festgefahren, -17 Grad, keine Heizung

So nah und doch so fern

Wir konnten es schon sehen. Das Nordkap. Trotzdem haben wir es nicht erreicht. Kurz vor unserem Ziel hat uns die Natur gezeigt, dass sie am längeren Hebel sitzt und uns die letzten 13 Kilometer Wegstrecke durch eine Lawine versperrt. Da die Aufräumarbeiten bis in den Abend hinein dauern sollten und sich unsere Gasvorräte dem Ende entgegen neigten, haben wir beschlossen, kehrt zu machen. Denn die nächste Gastankstelle gibt es erst wieder im gut 200 km südlich des Nordkaps gelegenen Alta.

Halb so wild. Denn der Hauptgrund dieser Reise sind schließlich die Polarlichter. Außerdem haben wir nun einen triftigen Grund, die Reise hierher noch einmal zu wiederholen. Dann vielleicht zu einer anderen Jahreszeit und bei gemäßigteren Temperaturen. DAS allerdings ist schade, denn gerade diese weiße Pracht übt auf mich eine ganz besondere Faszination aus.

 

Festgefahren

Ja, festgefahren haben wir uns schließlich auch noch. Der ausgeschilderte Parkplatz erschien mir schon beim Passieren schlecht und ggf. nicht ausreichend geräumt. Ich habe mich aber kurzfristig doch noch dazu entschieden, anzuhalten und wenigstens ein kleines Stückchen von der Straße runter rauf auf die vermeintliche Parkplatz-Ausfahrt zurückzusetzen. Zack! Und schon sitzt du fest. Eine Menge hilfbereiter Norweger haben vergeblich versucht, uns aus der Misere zu befreien, bis schließlich ein LKW-Fahrer stoppte und uns ohne große Probleme rausziehen konnte. Der eigentliche Parkplatz, dem die Beschilderung galt, befand sich dann 100 Meter weiter. Ihn zu befahren (und aus eigener Kraft auch wieder zu verlassen) sollte sich als unproblematisch erweisen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass hier am Nordkap die Straßen einwandfrei geräumt werden. Die Räumfahrzeuge sind bei den entsprechenden Wetterverhältnissen Tag und Nacht im Einsatz, um den Schneemassen einigermaßen Herr werden zu können. Kann eine Straße nicht permanent vom Schnee befreit werden, wird diese durch eine Schranke versperrt, vor der sich die Autos sammeln, bis das Räumkommando eintrifft. Man sollte allerdings Zeit mitbringen. Bis die Straße geräumt und wieder befahrbar ist, kann es schon mal ein paar Stunden dauern, und wenn die Natur es mal „richtig gut meint“, können auch die an den Tafeln vor den Schranken angegebenen Passierzeiten nicht immer eingehalten werden. Aber (und das wird den typisch deutschen Touristen hoch erfreuen): Alles macht hier einen sehr gut organisierten und äußerst engagierten Eindruck.

 

17 Grad unter null ohne Heizung

Ein Heizungsausfall darf auf so einer winterlichen Reise zum Nordkap und den Polarlichtern natürlich nicht fehlen! Wie sollte es anders sein? Unsere Heizung verweigerte nach unserer Rückkehr vom Nordkap plötzlich den Dienst und wir haben zwei Tage und Nächte bei extremen Minusgraden verbracht. Zum Glück sind wir ausreichend mit warmen Klamotten und einer Menge Decken versorgt. Das Wasser mussten wir natürlich ablassen, da es sonst eingefroren wäre. Somit hatten wir das komplette Winter-Abenteuer gebucht. Schließlich haben wir einen Händler gefunden, der das Problem beheben konnte und den defekten Zünder austauschte.

Meine Vermutung: Durch die extremen Vibrationen, die durch das Fahren mit Schneeketten über die vereisten Fahrbahnen hier im Norden Norwegens hervorgerufen werden, rüttelt sich so einiges los. Lampen, Lüftungsabdeckungen, Halterungen… Und wahrscheinlich auch das Innenleben unseres Zünders. Aber das ist nur eine Vermutung. Die Heizung läuft seit fast vier Jahren täglich. Vielleicht war es auch einfach nur mal an der Zeit. So oder so ein blödes Timing.

 

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