Wildpferde in Norddeutschland

Die Wildpferde der Geltinger Birk

Heute verschlägt es uns in den hohen Norden Deutschlands, nämlich an die Flensburger Förde. Hier gibt es ein fast 800 Hektar großes Naturschutzgebiet, in dem es neben wild lebenden Rindern auch Wildpferde gibt. Diesen Wildpferden wollen wir heute mal einen Besuch abstatten.

Die Geltinger Birk (so heißt dieses Naturschutzgebiet), liegt am Ausgang der Flensburger Förde. Es gibt zwei Parkplätze, von denen aus das Gebiet zu Fuß über vier Rundwege erreicht werden kann. Die Länge der Rundwege liegt zwischen drei und etwa 13 Kilometern und bietet somit geübten Wanderern und Gelegenheits-Ausflüglern gleichermaßen die Möglichkeit, das Gebiet zu erkunden.

Wir parken unser Wohnmobil auf dem Parkplatz beim Geltinger Noor in Nieby. Hier gibt es neben einem Kiosk und einer Infotafel über die Birk auch noch mal eine letzte Chance, öffentliche Toiletten aufzusuchen. Eine Möglichkeit, die wir getrost vernachlässigen können, da wir unsere eigene Toilette an Bord haben und es vorziehen, diese auch zu benutzen. Anschließend machen wir uns zu Fuß in Richtung der Windmühle „Charlotte“ auf, die quasi am Eingang zur Birk direkt am Wasser steht. Wir gehen an Charlotte vorbei weiter in Richtung Norden und folgen dem ausgeschilderten „Konikweg“. Koniks werden die Wildpferde genannt, die in diesem Gebiet frei leben. Der Name kommt aus dem Polnischen und bedeutet „kleines Pferd“. Sie sind eine sehr robuste Wildpferd-Rasse und eine Kreuzung aus Hauspferd und Tarpan, einer heute ausgestorbenen Wildpferd-Rasse.

Unser Weg führt uns durch eine einzigartige Landschaft aus Dünen, Strand, Salzwiesen und riesigen Wasser- und Weideflächen. Alleine die Weideflächen nehmen rund 500 Hektar des gesamten Gebietes ein. Wir staunen, fotografieren, lauschen der Natur und atmen tief durch. Vom weiten sehen wir einige Rinder grasen. Rund 300 Hochlandrinder und Galloways leben hier. Aber wir haben es ja auf die Wildpferde abgesehen und halten weiterhin nach ihnen Ausschau.

Bei einer so gewaltigen Fläche gehört schon eine gehörige Portion Glück dazu, die Wildpferdherde zu finden. Aber bereits nach einer knappen Stunde können wir durch eine Baumreihe in der Ferne tatsächlich einige Pferde erkennen. Wir nähern uns langsam und finden uns schließlich inmitten der Wildpferdherde wieder, die friedlich grast, sich wälzt und relaxt im Gras liegt. Von der Neugier gepackt nähern sich uns einige Fohlen und später auch ausgewachsene Tiere. Die Stimmung ist sehr friedlich, entspannt und keineswegs bedrohlich. Wir streicheln die Wildpferde, schießen Fotos und machen einige Filmaufnahmen. Die Zeit verstreicht und nach rund anderthalb Stunden kommt zunehmend Leben in die Herde. Der richtige Zeitpunkt für uns, den Rückzug anzutreten und die Tiere wieder allein zu lassen. Der Abend naht und die Herde macht sich geschlossen in Richtung Norden auf. Wir folgen noch einige Zeit mit sicherem Abstand, bis sie schließlich ganz aus unseren Augen verschwindet.

Was für ein tolles Erlebnis! Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen und wir planen bereits unseren nächsten Besuch in der Geltinger Birk. Vielleicht folgen wir dann dem Rinderweg…!?

Geltinger Birk (Flensburger Förde)

Fotos

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